Geschichte des Bockerter St.Martinvereins

Im Jahr 1891 schlossen sich eine unbekannte Zahl Bockerter Männer als Mitglieder eines zu gründenden St. Martinsvereins zusammen.

Für niederrheinische Verhältnisse war unser Dorf damals noch weitflächig verstreut.
Auf einer Fläche von drei bis vier Quadratkilometern unterschied man ehedem sogar noch Ober-Bockert (bei der Grundschule) und Unter-Bockert (am Bockerter Kreuz).
Die Einwohnerzahl wird nicht über 500 gelegen haben.
Erst nach Bau der Pfarrkirche St. Peter, die fünf Jahre nach Gründung des Martinsvereins fertiggestellt wurde, entstand der gemeinsame Ortsteil.
 
Neben der Schützenbruderschaft St. Peter und Paul wird der St. Martinsverein der einzige Verein im Ort gewesen sein.
Deshalb ist der damaligen Gründung auch in gemeinschaftlicher Hinsicht einige Beachtung zuzumessen.

Heute zählt der Viersener Stadtteil Bockert über 2.500 Einwohnerinnen und Einwohner.
Der Martinsverein und die Schützenbruderschaft sind nach wie vor die einzigen aktiven Vereine.

Mitschriften der ersten Jahre oder gar eine Gründungsurkunde sind heute nicht mehr vorhanden.
Doch zeugt ein Sitzungsprotokoll aus den Vierziger Jahren von der Gründung im Jahr 1891.
 
Während die Tradition des Martinsumzuges im Ersten Weltkrieg nicht unterbrochen wurde, erlag auch der Bockerter St. Martinsverein dem Vereinsverbot durch die Nationalsozialisten.

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg belebten die Bockerter ihren Verein wieder.

Die Tradition der Martinsumzüge und Martinsgaben ist am ganzen Niederrhein verbreitet.
Dies sicherlich deshalb, weil der Niederrhein ein besonders katholisches Gebiet ist.
Aber auch in Frankreich und insbesondere in Belgien gibt es eine ganze Zahl von Ortschaften, die das Martinsfest auf ähnliche Art und Weise begehen.
Auch in Deutschland finden sich noch wenige andere Landstriche, in welchen die Martinstradition gepflegt wird.